Für die Verhaltensbeobachtungen und Verhaltenstests, die die Tierärztliche Hochschule Hannover (TiHo) mit ammengeführten und handaufgezogenen Küken durchführen will, erteilt das Niedersächsische Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit, LAVES, die Genehmigung. Die TiHo richtet ein Versuchsabteil ein und stattet es mit Kameras aus.

Weil die Elterntiere wegen der Mycoplasmeninfektion geschlachtet werden mussten, werden 100 Puteneintagsküken Kelly Broad Breasted Bronze (BBB), gekauft, um die Verhaltensbeobachtungen durchzuführen. Sie stammen vom Zuchtunternehmen Kelly Turkey Farms aus Großbritannien. Auch die im Herbst 2019 gekauften Rasseputen sind auf dem Hof. Diese Hennen werden Ammen eines Teils der Kelly-Kükengruppe sein.

Folgende Tests werden in der ersten, der sechsten und der achten Lebenswoche von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Tierärztlichen Hochschule Hannover durchgeführt. Die ersten Tests beginnen im Dezember 2019. Es werden jeweils mit der Hand aufgezogene Küken und ammengeführte Küken getestet.

A) Eine unbekannte Person tritt auf (Novel-Human-Test)

Eine den Tieren unbekannte Person betritt das Aufzuchtabteil. Sie bleibt an einer vorgegebenen Stelle reglos stehen. Beobachtet und aufgezeichnet wird das Verhalten der Küken und die Reaktionszeit.

B) Neuer Ort und Begegnung mit einem unbekannten Objekt (Open-Field/Novel-Object-Tests) 

Ein Küken wird in einen ihm unbekannten 2,5 mal 2,5 Meter großen Raum gebracht. Das Verhalten wird beobachtet und aufgezeichnet. Anschließend wird ein dem Küken unbekanntes Objekt in das Versuchsabteil gehängt und das Verhalten beobachtet und aufgezeichnet.

C) Schreckstarre-Test (Tonic-Immobility-Test)

Ein Küken wird auf den Rücken gelegt und 15 Sekunden lang festgehalten. Anschließend wird das Verhalten, z.B. Aufstehversuche, Zeit bis zum ersten Aufstehen und Lautäußerungen, beobachtet und aufgezeichnet.

D) Konfrontation mit bekannten und unbekannten Küken (Confrontation-Test)

Küken werden einzeln zwei jeweils bekannten und unbekannten Küken gegenübergestellt. Es wird untersucht, wie lange sie benötigen, um sich auf die Tiere zuzubewegen. Außerdem werden die Gewichte aller Tiere erfasst sowie Gesundheitsmerkmale wie Zustand der Fußballen und des Gefieders sowie Verletzungen erhoben.

Alica Krasny von der Tierärztlichen Hochschule in Hannover führt die Verhaltensbeobachtungen durch. Sie sollen die Unterschiede zwischen hand- und ammenaufgezogenen Putenküken zeigen.

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