Während die Putenhennen in der kommerziellen Zucht künstlich besamt werden, sollen sich die Puten in dem Projekt auf natürliche Weise vermehren. Die Hähne der alten Rassen sind vergleichsweise leicht. Sehr schwere Masthähne können Putenhennen erdrücken oder verletzten.

Die Puten legen die Eier in Fallnester. Dort werden die Eier eingesammelt und markiert. So lassen sie sich den einzelnen Hennen zuordnen. Die Eier werden in der Brutmaschine vor Ort bebrütet. Nach rund vier Wochen schlüpfen die Küken. Befruchtung der Eier und Schlupfergebnisse in der ersten Brutrunde sind zufriedenstellend.

Während die Eier in der Brutmaschine ausgebrütet werden, sollen die Cröllwitzer und Ronquières-Hennen brütig werden. Später sollen sie die fremden Küken annehmen und führen. Brütigkeit ist eine häufig noch erhaltene Eigenschaft alter Rassen. In der kommerziellen Putenzucht ist Brutlust nicht erwünscht und deshalb „weggezüchtet“.

Eine Mycoplasmeninfektion beendet den ersten Durchgang des Kreuzungsversuchs. Einige Elterntiere hatten sich über unbekannte Wege mit dem Erreger angesteckt. Damit sind sie als Elterntiere nicht mehr geeignet. Sie geben den Krankheitserreger auch über die Eier an die Küken weiter. Der Erreger kann die Küken so sehr schwächen, dass sie nicht die Leistung gesunder Tiere erbringen, die in dem Projekt erfasst werden soll.

Im Sommer 2019 werden alle Elterntiere geschlachtet. Ein Großteil der Küken geht an einen Mäster. Einige Küken bleiben auf dem Hof und werden mit der Hand aufgezogen. Ein weiterer Teil der Küken wird von Ammenputen geführt. Mit beiden Gruppen sollen Verhaltensversuche durchgeführt werden. Ziel ist es zu erkennen, ob die von Ammen aufgezogenen Tiere fitter, robuster und weniger ängstlich sind als von Hand aufgezogene Küken.